Rainer Kappelar erhält ersten Penzberger Bürger-Energiepreis

Penzberger Merkur vom 23.11.2017

von Wolfgang Schörner

Die Stadt Penzberg hat den Bürgerenergiepreis verliehen – eine Premiere. Er ging an Rainer Kappelar, der aus der Branche ist.

Rainer Kappelar ist der erste Träger des Penzberger Bürgerenergiepreises. Er erhielt die Auszeichnung am Dienstagabend für die energetische Sanierung des Wohnhauses an der Sindelsdorfer Straße 2a neben dem Bahnübergang in Penzberg. Kappelar arbeitet selbst in der Branche und hat im Nebengebäude sein Ingenieurbüro, das unter anderem energetische Beratungen anbietet.

In seiner Rede warb Kappelar für Klimaschutz und Energiewende. „Uns läuft die Zeit davon“, sagte er. Man befinde sich mitten in der Erderwärmung, 30 Prozent der Flüchtlingsströme seien durch das Klima – durch Wasser- und Nahrungsknappheit – verursacht. Kappelar appellierte, mehr private Photovoltaikanlagen zu bauen, beim Autokauf ernsthaft ein Elektromodell in Erwägung zu ziehen und mit Energie hauszuhalten.

Den ersten Preis – honoriert mit 2000 Euro – erhielt er für den Umbau eines Hauses aus dem Jahr 1968, das heute von neun Personen bewohnt wird. Er habe damit sowohl Akzente bei der Umsetzung der Energiewende gesetzt als auch die Mieter einbezogen, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner in der Laudatio.

Kappelar hatte das Haus 2010 gekauft, Fassaden und Dach mit Holzfaserplatten gedämmt, die Fenster dreifach verglast, die Elektroinstallation komplett erneuert, einen Pelletheizkessel mit Pufferspeicher eingebaut sowie eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die er vor rund zwei Monaten um einen Batteriespeicher ergänzte. „So erhöht sich der Grad der Eigenversorgung auf 50 Prozent, von dem insbesondere die Mieter profitieren“, sagte Bürgermeisterin Zehetner. „Denn im Rahmen eines Mieterstrom-Modells sollen beide Mietparteien künftig mit PV-Strom statt mit Strom aus dem Stromnetz versorgt werden.“ Auf dem Hof stehen ihnen zudem zwei Ladesäulen für Elektroautos zur Verfügung. Die Finanzierung des Umbaus sei nicht höher als bei einer konventionellen Sanierung gewesen, fügte Kappelar an. Wichtig sei auch, dass die Nebenkosten für die Mieter konstant bleiben würden.

Sechs Bewerbungen gab es für die Energiepreis-Premiere. Beteiligen konnten sich laut Ausschreibung Privatleute, Schulen, Vereine, Organisationen und Gewerbetreibende. Laut Bürgermeisterin soll er ein Anreiz sein, die noch weit entfernten Klimaschutzziele zu erreichen.